9. Oktober 2018

Sattha Tour 2018

Unterwegs durch Thailand – Der spannende Bericht zweier Berner Fussballer

Mein Name ist Timo, ich bin der Captain vom Berner Team „The Saints“, bin 24 Jahre alt und liebe Sport. Zu Beginn des Jahres erzählte mir ein Freund von der Sattha Tour in Thailand. Ich fing sofort Feuer und wenige Tage später war ich angemeldet für diese Fussball-Tournee der OMF (Overseas Missionary Fellowship). Mit diesem Bericht möchte ich euch einen kleinen Einblick in meine drei Wochen in Thailand geben.

Das Fussballteam Sattha ist eine international zusammengewürfelte Truppe junger Fussballbegeisterter (ca. 20-30 Personen), die jährlich im Juli von Dorf zu Dorf zieht, um in Schulen Englisch zu unterrichten, mit den Leuten Fussball zu spielen und die Liebe Gottes zu bringen. Anfangs Juli bin ich also mit meinem Kollegen Pädu ins Flugzeug Richtung Bangkok gestiegen. Am Flughafen wurden wir von einem amerikanischen Missionar abgeholt und zu unserer Base in Zentralthailand gebracht. Da wir einige Tage später anreisten, stiegen wir bereits am Morgen nach der Ankunft voll ins Programm ein. Um 6:30 Uhr war tagwach. Nach dem Frühstück (natürlich Reis) packten wir unsere Fussballsachen und stiegen in unseren Mannschaftscar. Mit im Gepäck waren auch immer unsere personalisierten Mannschaftstrikots dabei, welche wir bei Ankunft in drei verschiedenen Farben erhalten hatten. Nach ca. einer Stunde Fahrt kamen wir bei einer öffentlichen Schule an, wo uns 100-1000 strahlende Gesichter begrüssten. Bei der Vorstellungsrunde in der Schule hörte man hier und da immer wieder ein paar Teenager-Mädchen kreischen, wenn wir Europäer oder ein paar schöne Thai-Jungs sich zu Wort meldeten. Nach dem Vorstellen fing das Spielen und Singen mit den Schülern an (das waren nicht gerade die Momente, in welchen Pädu und ich uns verwirklichen konnten…). Doch auch das ging jeweils schnell vorbei und man teilte sich in kleinere Gruppen auf, um den Schülern Englisch zu unterrichten. Was grossartig klingt, ist in Wirklichkeit nicht gerade hochkarätig. Wenn man in der Schweiz ein Jahr Englischunterricht hatte, ist man in Thailand bereits überqualifiziert. Am Ende des Unterrichts ergriffen wir jeweils die Möglichkeit, den Schülern von Gott zu erzählen und davon, wie er in unserem Leben gewirkt hat.

Für die lokalen Schulen ist es jeweils ein Jahreshighlight, wenn das Sattha-Team vorbeikommt und dementsprechend wird man dann auch behandelt. Häufig wurden wir exzellent bekocht. Am Nachmittag war dann immer Fussball angesagt. Meistens machten wir mit den Jungs der Schule einige Trainingseinheiten, bevor es dann zum grossen Spiel gegen die beste Mannschaft der Schule ging. Nicht selten wohnten diesem Spiel um die 500 Zuschauer bei und das gesamte Spiel wurde vom Schulleiter per Lautsprecher kommentiert. Auch wenn das Niveau häufig bescheiden war, kam ich mir manchmal ein bisschen wie ein Star vor. Speziell nach dem Abpfiff, da wir da immer noch etwa eine Viertelstunde auf dem Platz bleiben mussten, um mit den Gegnern und Zuschauern Selfies zu machen. Da nebst Pädu und mir nur ein weiterer Europäer im Team war, waren die Selfies mit uns besonders gefragt und nicht selten kam es vor, dass alle anderen schon im Bus sassen und wir uns kaum losreissen konnten. Das Gefühl nach solchen Tagen war immer wunderschön, wenn man total verschwitzt und erschöpft im Bus sitzen konnte und realisierte, wie man mit seinem simplen Dasein hunderten von Kindern eine riesige Freude bereiten konnte.

Dieser beschriebene Tag ist ein «Beispiel-Tag» der Sattha-Tour. Körperlich waren diese drei Wochen sehr herausfordernd. Die Luftfeuchtigkeit ist extrem hoch und bereits nach 5 Minuten Fussball sah ich aus, als wäre ich in einen Pool gesprungen. Der Staff von Sattha hat uns aber immer optimal mit genügend Nährstoffen und isotonischen Getränken versorgt, so dass wir schlussendlich unverletzt und einigermassen fit durch diese drei Wochen kamen.

Die thailändische Kultur ist komplett anders als unsere und so hatten Pädu und ich zu Beginn grosse Mühe, diese auch nur annähernd zu verstehen und uns darin korrekt zu verhalten. Bereits mit unserem «schweizerischen» Verhalten auf dem Fussballplatz (bei Schiri-Entscheiden die Arme verwerfen, Körpereinsatz, usw.) traten wir fast täglich in neue Fettnäpfchen. Schlussendlich mussten wir akzeptieren, dass wir uns in diesen drei Wochen nicht komplett anpassen konnten und so überbrückten wir diese unbequemen Kulturdifferenz-Situationen mit einem herzhaften Lachen – und das wird wohl in jeder Kultur der Welt verstanden.

Am Ende der Tour war ich überglücklich, dass ich ein Teil dieses tollen Teams sein durfte und ich würde es sofort wieder machen. Ich habe in dieser Zeit extrem viel über mich und meine Grenzen, über Gott und über die Welt gelernt. Ich habe viele neue Freunde gewonnen und tolle Erfahrungen gesammelt. Ich hoffe, dass ich eines Tages wieder Teil des Sattha-Teams sein werde.

Timo

Wenn dieser Bericht dein Interesse geweckt hat und du dir einen solchen Einsatz vorstellen könntest, dann melde dich frühzeitig bei Timo Kuhn oder Silvio Zanella. Sie werden dir weiter helfen können!

Fotos findest du hier.

– Andy